4.4 TRAINING und FITNESS
Dieser Begriff ist im engeren Sinne bestimmt durch sportliche Belastungs- und Beanspruchungsprozesse, die jeder einzelne steuern kann und die zu einer Anpassung des Körpers mit entsprechenden Veränderungen führen, wobei gesundheitsorientierte und sportorientierte Fitness unterschieden werden können.
Grundlagen der Fitness:
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gesundheitsorientierte Fitness |
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sportorientierte Fitness |
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4.4.1 Aerobe Ausdauer
Unter aerober Ausdauer versteht man
die Ermüdungswiderstandsfähigkeit gegenüber körperlichen Belastungen, die
mit genügend Sauerstoffzufuhr (aerobe Energiegewinnung) einhergehen.
Aerobe Ausdauer ist der wichtigste gesundheitliche Faktor sportlichen Trainings!
Die körperlichen
Anpassungserscheinungen nach regelmäßigem Ausdauertraining sind wertvoll für
die Gesundheit:
Absinken von Ruhepuls und Belastungspuls, vergrößertes maximales Schlag- und
Herzminutenvolumen, verbesserte Durchblutung des Herzmuskels, Vergrößerung der
maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit, Ökonomisierung der Herzarbeit und
geringere Herzbelastung, geringeres Risiko von Arteriosklerose, Abnahme des
Blutfettspiegels und Vergrößerung des positiven HDL-Anteils, geringere
Stresshormonausschüttung, bessere Versorgung der Organe und der Muskulatur mit
Sauerstoff und Nährstoffen (mehr Kapillargefäße), geringere Thromboseneigung,
vergrößerte Blutmenge und vermehrter Hämoglobingehalt, Verbesserung der Atemökonomie
für vergleichbare Belastungen, Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und
Abschwächung bzw. Beseitigung von Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck,
Diabetes mellitus, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Harnsäurespiegel
und Bewegungsmangel, Stärkung des Immunsystems, Abbau von Stress, Spannungen
und Ängsten, vorbeugende Wirkung gegen Tumorerkrankungen.
4.4.1.1
Einfach(st)e Regeln für die Trainingssteuerung
Gerade so laufen, radeln, rudern usw., dass man noch mit dem Trainingspartner
sprechen könnte.
»Laufen ohne zu schnaufen«, gemeint ist, ohne außer Atem zu geraten.
Eine einfache Pulsregel (Pulsschläge/min):
( Pulsangaben gelten z.B. für Laufen, Rudern und Schwimmen)
Pulsobergrenze: 200 minus Lebensalter nicht überschreiten
Optimaler Trainingspuls: 180 minus Lebensalter
Pulsuntergrenze: 160 minus Lebensalter, nicht unterschreiten, zu geringer
Trainingseffekt.
2 Trainingseinheiten/Woche zu je 30
min zeigen einen guten, 3 Trainingseinheiten/Woche zu je 45 min einen sehr guten
Effekt auf die Verbesserung der Grundlagenausdauer im Breitensport
(Achtung: Neben dem Lebensalter sind weitere Faktoren wie z.B.
Gesundheitszustand, Tageszeit u.a.m. zu beachten!)
4.4.1.2Trainingsgrundsatz
“Beachte den Wechsel von Belastung und Erholung!“
Die Ermüdung, die sich im Laufe jeder
Trainingsbelastung ergibt, führt zunächst zu einem Rückgang der Leistungsfähigkeit.
Der Abbau von Substanz stellt für den Organismus jedoch gleichzeitig den Reiz für
einen Neuaufbau dar.
Die Wiederherstellung macht dabei nicht auf dem ursprünglichen Ausgangsniveau
der Leistungsfähigkeit halt, sondern entwickelt sich darüber hinaus. Dieser
Vorgang wird als Superkompensation bezeichnet. Der Trainingserfolg wird folglich
nicht nur durch Trainingsbelastungen sichergestellt, sondern auch durch die
Einhaltung der notwendigen Erholungsintervalle. Die Kunst von Trainer und Athlet
besteht darin, jede neue Belastung im höchsten Punkt der Superkompensation der
vorangegangenen wirken zu lassen.
Sind die Erholungsintervalle zu kurz, ergibt sich chronische Erschöpfung (Übertraining)
und die Leistungsfähigkeit sinkt ab. Bei zu langen Pausen gehen die positiven
Superkompensationseffekte wieder verloren. Wir müssen dabei die kurzfristige
Wiederherstellung nach einzelnen Übungen oder Trainingseinheiten unterscheiden
von den Wiederherstellungsprozessen, die nach der Anhäufung von
Belastungsfaktoren (Training, Beruf, Familie ..... ) während längerer
Trainingsperioden notwendig sind. (Vgl. Abb.)
Faustregel für Anfänger:
Auf jeden Trainingstag sollte ein Tag Pause folgen. Erfolgt der Trainingsreiz zu
früh, ermüdet der Körper - das Training bleibt wirkungslos.

(In Anlehnung an JAKOWLEW)
4.4.2 Kraft: Kraftausdauer, Schnellkraft, Maximalkraft
Schnellkraft:
maximale Geschwindigkeit mit mittlerem Gewicht
Maximalkraft:
Maximalgewicht mit langsamer Geschwindigkeit.
Aufbautraining:
Nach 2 - 4 Wochen Anpassungs- und Gewöhnungstraining kann mit Kraftausdauer-
(15-20 Wiederholungen/Satz mit leichten bis mittleren Gewichten) und
Muskelaufbautraining (8 - 15 Wdhlg./Satz mit etwas schwereren Gewichten)
begonnen werden, 2 - 4 Sätze mit 6 - 8 Übungen, die alle großen Muskelgruppen
belasten.
Schnellkraft- und Maximalkrafttraining sollten wegen hoher Verschleiß- und Verletzungsgefahr, teilweise enormen Blutdruckanstiegs, Übersäuerung der Muskulatur und höherer Stresshormonausschüttung nur von gesunden und geübten Sportlern praktiziert werden!
Immer Muskel (Agonist) und Gegenspieler (Antagonist) trainieren, damit keine Dysbalance entsteht!
4.4.3 Beweglichkeit, optimale und maximale
Gesundheitlich
wichtig sind weder Überbeweglichkeit (Hypermobilität, welche die Stabilität
der Gelenke mindert) noch eingeschränkte Beweglichkeit (Hypomobilität, häufig
bedingt durch
verkürzte Muskeln) wünschenswert.
Durch Dehnen (Stretchen) werden muskuläre
Dysbalancen etwas ausgeglichen, bleibt individuelle optimale Beweglichkeit
erhalten, die Entspannungsmöglichkeit wird verbessert.
4.4.4 Schnelligkeit
Schnelligkeit
ist als Fähigkeit definiert, Bewegungen
in einer bestimmten Zeiteinheit durchzuführen, wobei bei zyklischen
(regelmäßigen) Bewegungen (z.B. Laufen) die Schnelligkeit das Produkt aus
Bewegungsfrequenz und Bewegungsamplitude ist.
Training: 5 - 8 mal 10 - 30 m-Läufe, maximales Tempo, erholsame Pausen (1-2
Min.) nach jedem Lauf, 2-3 Serien,
außerdem
Schnellkraft durch Sprünge (6-10), 2-3 Serien.
4.4.5 Koordination, allgemeine und
sportartspezifische
Das gute
Zusammenspiel zwischen zentralem Nervensystem und Muskulatur ermöglicht flüssige,
geschmeidige Bewegungen mit angemessenem Muskeleinsatz.
Komplizierte
Bewegungsabläufe werden durch Training automatisiert, damit der Sportler unter
höchster Belastung immer noch optimal geistig und körperlich agieren kann. Bis
ins höhere Alter sollten anspruchsvolle Übungen trainiert werden.
4.4.6 anaerobe Ausdauer
Die anaerobe Energiebereitstellung (ohne Sauerstoffzufuhr) erfolgt bis zu ca. 2 Minuten bei Bewegungen mit maximaler Belastung (z.B. Sprint).