3.3.2 Hochsprung

3.3.2.1 Entwicklung des Hochsprungs 
Die Wettkampfregeln legen fest, dass beim Hochsprung mit einem Bein abgesprungen werden muss; 
die Art der Lattenüberquerung ist frei gestellt. 
Die Entwicklung der Techniken im Hochsprung ist deshalb durch eine Vielzahl von Varianten der Lattenüberquerung gekennzeichnet:

Schersprung
1,97m
1889
  
Scher-
Kehrsprung

2,00m
1908
Flanken-
Rollsprung

2,02m
1914
Tauch-
Rollsprung

2,04m
1933
Seiten-
Rollsprung

2,07m
1936
Schräg-
Tauchwälzer

2,28m
1963
Parallel-Wälzer
2,29m
1971
  
Tauch-Wälzer
2,35m
1978
  
Fosbury-Flop
2,45m
1993
Sotomayor

  

Wichtigstes biomechanisches Ziel ist stets das Erreichen 
einer möglichst hohen Abfluggeschwindigkeit 
bei gleichzeitig optimalem Abflugwinkel.  
Somit führen

  als leistungsbestimmende Merkmale des Springers zur Realisierung einer maximalen Sprunghöhe.

3.3.2.2 Der (Fosbury-) Flop
Ende der sechziger Jahre erfand der amerikanische Leichtathlet Dick Fosbury eine neue Hochsprungtechnik, den so genannten „Flop“. 
Fosbury wurde mit dieser Technik 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt Olympiasieger. 
Daraufhin wurde seit Anfang der siebziger Jahre der alte „Straddle”-Stil durch den Flop zunehmend abgelöst und ist bis heute der am häufigsten angewandte Sprungstil.

Die Technik des Flopsprungs

Der Anlauf, zunächst gerade und dann bogenförmig gelaufen, umfasst  bis 12 Schritte und wird aus einem Steigerungslauf stark beschleunigt. 
Auf den letzten drei Schritten, dem  Impulsabschnitt ändert sich die Rumpfhaltung: Die Neigung zum Kreismittelpunkt wird verstärkt (20-30 Grad), die Vorlage im vorletzten Schritt durch eine deutliche Rücklage ersetzt. Dadurch wird der Körperschwerpunkt gesenkt und der Antriebsweg verlängert.
Im letzten Schritt (
1) wird nach dem Aufsetzen des Sprungbeins (lattenfernes Bein) die Seiteninnenneigung aufgehoben. Der Oberkörper wird aufgerichtet. Dadurch wird der Körperschwerpunkt deutlich angehoben und die für die Drehung des Rückens zur Latte erforderliche Winkelgeschwindigkeit bereits vor dem Absprung erzeugt
Beim drittletzten Schritt (2) wird der Doppelarmschwung  vorbereitet: 


1)
Der mit dem rechten Bein gegengleich vorschwingende linke Arm wird vor dem Körper fixiert, im vorletzten Schritt schwingt der rechte Arm nach vorn, und  
2)
 beide Arme werden im letzten Schritt zur Vorbereitung des Doppelarmschwungs nach hinten geführt.
 
3)
Zur Sprungauslage mit relativ geringer Körperrücklage setzt der rechte Fuß aktiv mit der ganzen Sohle in Laufrichtung auf der Kreisbahn auf.   
4)
Nach dem Absprung bewegt sich der Springer vorwärts-aufwärts. Schulter- und Beckenachse drehen sich zur Latte, wobei Drehungen um alle drei Körperachsen entstehen.

5)
Im Anflug an die Latte sind der linke Arm und die linke Schulter nach oben, die rechte Schulter und der rechte Arm nach hinten-unten gerichtet. 
6)
Das Schwungbein ist noch angezogen, das Sprungbein wird im Kniegelenk gebeugt, die Hüfte ist gestreckt.

7)
Bei der Lattenüberquerung bewegen sich Kopf und Schulter nach unten, gleichzeitig wird die Hüfte angehoben. Die Beine sind im Kniegelenk gebeugt, beide Arme werden in die Nähe des Rumpfes geführt.     
8)
Haben Hüfte und Oberschenkel die Latte passiert, wird die Hüfte gebeugt, werden
 
9)
die  Unterschenkel aktiv hochgeschlagen und das Kinn auf die Brust gedrückt.  
10)
Zur Landung werden die Arme ausgebreitet, und der Springer landet in der so genannten
 „L-Position“ auf dem ganzen Rücken. 

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